Mein Praktikum bei Dr. Ina Czyborra

Wer ein Schülerpraktikum in der Politik machen will, macht es meist im Bundestag. Doch warum im Bundestag und nicht bei einer Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus? Diesem Gedanken folgend habe ich bei verschiedenen Abgeordnetenbüros angefragt und bin schlussendlich bei Dr. Ina Czyborra gelandet.

Ich hatte abwechslungsreiche Erlebnisse während meiner zwei Praktikumswochen. In der ersten saß ich in vielen Ausschüssen, in der Plenarsitzung und in unterschiedlichen Veranstaltungen, wobei ich in der zweiten, in der mittlerweile die Sommerpause begonnen hat, mehr im Wahlkreisbüro war, Zuarbeiten geschrieben, mich um die Presseschau gekümmert und ein paar Akten einsortiert habe.

Ich habe miterlebt, wie viele Termine ein Tag im Abgeordnetenhaus haben kann. Manchmal wird die Zeit eng, wenn das Zeitlimit bei offenen Diskussionen in den Sitzungen ähnlich wie in der Schule überschritten wird. Manchmal zieht sich die Diskussion in die Länge, so dass man am Ende denkt: „Lasst es doch bitte einfach zur Abstimmung kommen!“ Ich konnte auch erleben, dass Menschen im Büro anrufen und den Anrufbeantworter mit zehn Nachrichten füllen, so dass der Speicherplatz nicht mehr für möglicherweise wichtige Nachrichten reicht.

Zwar konnte ich als Schülerpraktikant nicht allzu viele Aufgaben übernehmen, aber ich habe dennoch vielfältige Tätigkeiten erledigt. Ich habe den Parlamentsalltag sehr viel näher erlebt, als ich mir vorgestellt hatte, und war erstaunt, wie bürokratisch dieser häufig ist. Überrascht hat mich, welche gute Gesprächsstimmung in einer Plenarsitzung herrschen kann und wie zivilisiert die anderen Parteien mit der AFD diskutieren. Überhaupt ist es auffällig, wie stark die Abgeordneten die einzelnen Klischees ihrer Parteien bedienen und welchen Unterschied es macht, ob sie nun in der Regierung oder Opposition sitzen.

Schülern, die sich für ein Praktikum interessieren, kann ich nur empfehlen, einfach bei Abgeordneten nachzufragen. Besondere Kontakte sind dazu nicht nötig. Ob das Praktikum Spaß macht, hängt nicht so sehr vom Betrieb ab, sondern vielmehr von den Leuten, mit denen man arbeitet. Zwei meiner Freunde haben bei Bundestagsabgeordneten ihr Praktikum gemacht – einer hatte die Möglichkeit, aktiv Wahlkampf zu machen, während der andere nur Akten sortieren musste. Letzten Endes war es eine gute Entscheidung, mein Praktikum im Abgeordnetenhaus zu machen. Ich habe nicht nur viel erlebt, sondern häufig wurde über Themen gesprochen, die mich sehr viel direkter betreffen als es im Bundestag möglich gewesen wäre (Stichwort: Schulpolitik).

Ein Beitrag von Semyon Druba

 

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