Institut für Islamische Theologie kommt

In der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause am 6. Juli 2017 beschäftigte sich das Abgeordnetenhaus mit dem an der Humboldt-Universität zu gründenden Institut für Islamische Theologie. Die Vorarbeiten dafür sind in der vorigen Legislaturperiode noch mit der Großen Koalition erfolgt. Dazu gehört ein Eckpunktepapier, das die von der Wissenschaftsverwaltung eingesetzte Arbeitsgruppe „Hochschulische Anbindung der Islamischen Theologie“ in einem erfolgreichen Diskussionsprozess erstellt hat.

Ina Czyborra hat für die SPD-Fraktion in der Debatte verdeutlicht, dass die Eckpunkte für Islamische Theologie Grundlage der Verhandlungen für eine Kooperationsvereinbarung mit den muslimischen Verbänden und Gemeinden sowie der HU ist und als Maßgabe für den Gründungsbeauftragten des Instituts, Prof. Dr. Michael Borgolte, gilt. Die Einrichtung des Instituts könne nur gemeinsam mit den Gemeinden und ihren Verbänden erfolgen. Zwar sei das Bekenntnis zum Islam keine Voraussetzung für die künftigen Studierenden. Allerdings handele es sich um ein bekenntnisgebundenes Studium und keine religionswissenschaftliche Betrachtung. Darüber hinaus müsse die weltanschaulich-religiöse Neutralitätspflicht des Staates gewährleistet sein. Über die Zusammensetzung des Beirates, der in alle Entscheidungen, die das muslimische Bekenntnis betreffen, einbezogen werden soll, sowie die Zeiträume der Evaluation des Studiengangs könne jetzt im Zuge der Verhandlungen zur Kooperationsvereinbarung gesprochen werden.

Rede von Dr. Ina Czyborra in der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses vom 6. Juli 2017:

Ziel des geplanten Studiums ist die Vermittlung der wissenschaftlichen Grundlagen in islamischer Theologie zur Ausbildung von Imamen sowie die Qualifizierung von Studentinnen und Studenten für das schulische Lehramt. Die besonderen Bedarfe der Alevitischen Gemeinde sind Gegenstand gesonderter Gespräche mit dem Senat.

Das Eckpunktepapier ist unter Mitarbeit der verschiedenen muslimischen Verbände und von Berliner Hochschulen sowie weiterer Fachleute entstanden. Dabei haben unter anderem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Universität Osnabrück ihre Expertise für das Themenfeld eingebracht. Sie gehören zu den derzeit fünf vom Bund geförderten Zentren für Islamische Theologie.

Im Koalitionsvertrag haben SPD, Linke und Grüne festgehalten: „Die Präsenz der Theologien, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien an den Berliner Universitäten ist eine wichtige Integrations- und Inklusionsaufgabe; daher sollen die bestehenden Regelungen und vorhandenen Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden. Das Institut für Islamische Theologie wird im Hochschulvertrag abgesichert.“

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