Gezielte Förderung von Forscherinnen und Künstlerinnen

Wer sich über das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre informieren möchte, kann dazu jetzt die Broschüre „Facetten der Förderung“ nutzen, die die Geschäftsstelle des Programms im Januar veröffentlicht hat.

„Das Berliner Chancengleichheitsprogramm hat sich seit seiner Einführung vor nunmehr 17 Jahren zu einem wichtigen Instrument der Gleichstellungspolitik entwickelt. Die gezielte Förderung von exzellenten Forscherinnen und Künstlerinnen trägt entscheidend dazu bei, dass unsere Hochschulen seit 2005 den Spitzenplatz beim Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten einnehmen“, betont Ina Czyborra, die sich als wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion für mehr Frauen vor allem in den Natur- und Technikwissenschaften und mehr Frauen in Führungspositionen an Hochschulen einsetzt. „Mir war wichtig, Chancengleichheit auch mit den neuen Hochschulverträgen weiter zu stärken. Als Ziel ist angepeilt, dass Professuren jeweils zur Hälfte durch Frauen und Männer besetzt sind. Wo Frauen noch unterrepräsentiert sind, sollen Hochschulen und Fachhochschulen ihre Förderkonzepte entsprechend fortschreiben. Ferner sollen Perspektiven der Frauen- und Geschlechterforschung in alle geeigneten Fächer und hochschulübergreifende Forschungsprojekte integriert werden.“

Auch im neuen Doppelhaushalt ist Vorsorge getroffen, um die Gleichstellung an den Berliner Hochschulen auszubauen. „Dazu gehört, dass sowohl die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten als auch die Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungen eine Geschäftsstelle bekommen, um ihre Arbeit noch besser koordinieren zu können“, erläutert Ina Czyborra. „Die einzelnen Elemente fügen sich mit dem Chancengleichheitsprogramm zu einer Gesamtstrategie zusammen, durch die Berlin seit Jahren seine bundesweite Spitzenposition bei der Besetzung von Professuren behauptet. Berlin hat sich außerdem zu einem Zentrum der Frauen- und Geschlechterforschung entwickelt.“

Berlin bundesweit Spitzenreiter

Mit Hilfe des Berliner Chancengleichheitsprogramm hat sich der Frauenanteil bei den Professuren an den staatlichen und konfessionellen Hochschulen von 25,6 Prozent im Jahr 2008 auf 32,5 Prozent im Jahr 2015 verbessert. Bundesweit lag der Frauenanteil an den Professuren 2015 bei 22,7 Prozent. Laut Hochschulranking des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) ist Berlin im bundesweiten Vergleich bei der Gleichstellung an den Hochschulen unangefochten und mit großem Abstand zu Hamburg und Brandenburg Spitzenreiter. Freie Universität und Humboldt-Universität fördern Frauen bundesweit am besten, in jeder Kategorie des Hochschulrankings nach Gleichstellungsaspekten gehört mindestens eine Berliner Hochschule zur Spitzengruppe.

Grundsatz der Bestenauslese

Das Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP) zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Repräsentanz von Frauen auf allen wissenschaftlichen Qualifikationsstufen sowie in Führungspositionen und auf die Verankerung von Gender-Aspekten in Forschung und Lehre. Der Grundsatz der Bestenauslese garantiert eine Förderung auf höchstem Niveau. Jährlich stehen dem Programm Fördermittel von bis zu 3,8 Millionen Euro zur Verfügung, wobei der Eigenanteil der Hochschulen in etwa 40 Prozent beträgt. In der Förderlaufzeit von 2012 bis 2015 hat das BCP insgesamt 271 Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen gefördert. Seit 2016 wurden bisher 45 Fördermaßnahmen begonnen, für dieses Jahr sind bereits 31 bewilligt.

Die 56-seitige Broschüre „Facetten der Förderung“ stellt die Geschichte und Struktur des Programms sowie die verschiedenen Förderinstrumente dar. Außerdem werden 32 Persönlichkeiten und Projekte vorgestellt. Hier ist die Broschüre im Internet zu finden: „Facetten der Förderung“ (BCP-Website)

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